Eozän (56 - 23,03 mya v.h.)

Fauna und Flora im Eozän (Gemeinfrei)
Fauna und Flora im Eozän (Gemeinfrei)

Klima

Der Beginn des Eozäns ist durch einen starken Temperaturanstieg, der durch einen starken Anstieg der Kohlendioxid-Konzentration in der Atmosphäre verursacht wurde, gekennzeichnet. Während des gesamten Eozäns war das Klima zu warm, um eine Vergletscherung an den Polen zuzulassen. Sowohl Grönland als auch die Antarktis waren eisfrei. Südamerika und Australien lagen beide der Antarktis näher als heute, der antarktische Zirkumpolarstrom bildete sich wahrscheinlich erst im frühen Oligozän. Zwar drifteten Grönland und Europa zum Ende des Paläozäns auseinander, allerdings war der Atlantik noch nicht vollständig geöffnet, denn es bestand noch eine Landbrücke zwischen Eurasien, Grönland und dem Nordamerikanischen Kontinent.

65Mya-Klima  Bild: Langexp (CC BY SA 3.0)
65Mya-Klima Bild: Langexp (CC BY SA 3.0)

Das Eozän löste vor vor 56 Millionen Jahren das Paläozän infolge einer plötzlichen Erderwärmung ab. Dieser als PETM (Paläozän-Eozän Temperaturmaximum”) bekannte prähistorische Klimawandel bewirkte offenbar, dass sich in den Ozeanen 

winzige fossile Algen vom Typ Apectodinium bildeten. Diese Pflanzen sind typische Marker einer abrupten Erwärmung. Demnach lag die Oberflächentemperatur des arktischen Ozeans vor 55 Millionen Jahren etwa bei 18 Grad Celsius und stieg in der darauffolgenden Periode, dem so genannten Paläozän-Eozän-Wärmemaximum, sogar auf etwa 24 Grad und damit deutlich mehr an als bislang angenommen.

Meerestiere mit Kalkschalen verschwanden. Sie wurden wohl Opfer der Meeresversauerung durch Kohlensäure, die durch steigende Kohlendioxid-Konzentrationen im Meereswasser entstand. Insgesamt starben zwei Drittel aller Arten in den Ozeanen aus.

 

Fauna

Wichtig im Eozän ist die sprunghafte Weiterentwicklung der Säugetiere. Die Ordnungen der Unpaarhufer, Fledertiere, Primaten und Nagetiere entstanden.

Die Säugetiere entwickelten auch Formen, die sich dem Leben im Meer anpassten.

Wale

Erste Wale (Cetacea) waren Vertreter der Gattung Pakicetus (Links) und der Ichthyolestes (Mitte). Sie lebten vor 50 Mya und hatten die Größe eines Wolfes (Bilder: N.Tamura (CC BY-SA 3.0)) .

Einer ihrer Nachfahren war der Basilsaurus (Rechts) ca. 18m lang, lebte vor 41-35 Mya (Bild: Pavel.Riha.CB (CC BY-SA 3.0)).

Vögel

Begünstigt durch die weltweit vorhandenen tropischen Urwälder, setzte eine bedeutende Weiterentwicklung der Vögel sowohl hinsichtlich der Artenzahl (Radiation) als auch der Individuenzahl ein. Dabei erschienen auch zahlreiche Spezialformen (Kiwis, Nandus, Kasuare, Emus und Strauße).

Säugetiere

Ameisenbären, Schuppentiere, Urraubtiere und das bipede Leptictida.

 

Vor 55 – 50 mya eroberten die Säugetiere auch den Luftraum. Als erste Fledertiere (Chiroptera) erschienen die Fledermäuse (Microchiroptera) in Nordamerika und Europa mit Formen, die den heute lebenden Arten schon weit gehend ähneln.

 

Fundstellen in Deutschland:

Zu den berühmtesten Fundstellen aus dem Eozän in Deutschland gehören die Grube Messel bei Darmstadt (Hessen), das Geiseltal bei Halle (Saale) (Sachsen-Anhalt) und das Eckfelder Maar bei Manderscheid (Rheinland-Pfalz). Dort fand man fossile Reste von Insekten, Amphibien, Reptilien, Vögeln und Säugetieren. Zu dieser exotischen Tierwelt gehörten unter anderem Vorläufer der Wale (s.o.), Riesenschlangen, Krokodile, der bis zu zwei Meter hohe Riesenlaufvogel Diatryma (vor 61,6 – 43,4 mya), fuchsgroße Hyracotherium (Urpferde vor 55,4 – 48,5 mya) Tapire,  Ameisenbären, Schuppentiere, Urraubtiere und das bipede Leptictida.

Link zur Grube Messel