Paläozän (65 - 56 mya)

Kontinente 50 mya
Die Erde vor 50 mya v.h., (C) Scotese

Das Gesicht der Erde unterschied sich durch die unterschiedliche Verteilung der Kontinente im Paläozän noch deutlich vom heutigen Anblick. Am Beginn der Epoche waren noch einige Bruchstücke des alten Südkontinents Gondwana miteinander verbunden. So waren Australien und Südamerika noch mit der Antarktis verbunden, Afrika und Indien jedoch weiter nördlich bereits isoliert.

Die Erde vor 66 mya v.h., (C) Scotese
Die Erde vor 66 mya v.h., (C) Scotese

Zwischen diesen Südkontinenten und dem nördlich gelegenen Laurasien legte sich die Tethys wie ein Gürtel um die Erde. Nordamerika war über Grönland mit Europa verbunden und hatte über die Beringstraße auch mit Ostasien Kontakt. Dafür befand sich ein Flachmeer, die Turgai-Straße, die das Tethys-Meer mit dem Polarmeer verband, zwischen Asien und Europa.

 

 

Nach dem Meteoriteneinschlag am Ende der Kreide keimten wieder erste Pflanzen, deren Sporen oder Samen die Katastrophe überstanden hatten.

Moos- und Farnpflanzen, Nadelbäume und Blütenpflanzen - aus jeder Gruppe überlebten die Arten den Meteoriten. Sie bereiteten den Weg für Insekten, Säugetiere und Vögel, die (wahrscheinlich in Erdhöhlen) ebenfalls überlebt hatten.

Klima

Am Beginn des Paläozän lagen die Temperaturen um etwa 2 bis 3 Grad niedriger als in der vorausgegangenen Kreidezeit, im späteren Verlauf der Epoche stiegen sie geringfügig an. Das Klima war insgesamt viel wärmer und feuchter als heute. In Grönland und Patagonien gedieh subtropische Vegetation und die Pole waren klimatisch gemäßigt.

Am Ende des Paläozän kam es zu einem weltweiten, plötzlichen Temperaturanstieg von ca. 5 bis 6 °C. Das Late Paleocene Thermal Maximum wurde durch eine plötzliche Freisetzung von Kohlenstoff bzw. Kohlendioxid ausgelöst. Als Quelle werden instabil gewordene Methanhydratvorkommen am Meeresgrund oder tauende Permafrostboden diskutiert. Der Temperaturanstieg fand in einem Zeitraum von 1000 oder weniger Jahren statt. Die Rückkehr zum vorherigen Zustand des Klimas dauerte etwa 200.000 Jahre.

Flora

Die ersten großen Gewinner waren die Blütenpflanzen; sie entwickelten die Vielfalt, die wir heute kennen: Von kleinen krautigen Pflanzen bis zu riesigen Bäumen; daneben kamen auch die Araukarien, Ginkgo-Gewächse und Mammutbäume weiterhin häufig vor.

          Araukaria                                Gingko                          Mammutbaum

Fauna

Das Paläozän ist durch die Weiterentwicklung der ehemals kleinen Säugetiere, die nach dem Aussterben der Nichtvogel-Dinosaurier an der Grenze von Oberkreide zum Paläozän an Größe und Arten rasch zunahmen, gekennzeichnet. Auch die Vögel erreichten eine weltweite Verbreitung.

Im Paläozän gab es zwei große Gruppen von Säugetieren: die Beuteltiere und die sogenannten höheren Säugetiere oder Plazentatiere. Die Beuteltiere, deren Jungtiere sehr früh geboren und dann (meist) in einem als “Gebärmutterersatz” dienenden Beutel heranwachsen, dem sie ihren Namen verdanken, haben sich im Erdmittelalter in Südamerika entwickelt. Zu dieser Zeit hing der Kontinent noch mit der Antarktis und Australien zusammen - daher haben die Beuteltiere über die Antarktis auch Australien besiedelt.

In den Meeren hatten Knochenfische und Haie die Katastrophe vor 65 Millionen Jahre überlebt.