Pleistozän (2,588 - 0,0117 mya v.h.)

Illustration einer spätpleistozänen Landschaft Nordspaniens.       Quelle: Mauricio Antón, 2008 Public Library of Science (CC BY 2.5)
Illustration einer spätpleistozänen Landschaft Nordspaniens. Quelle: Mauricio Antón, 2008 Public Library of Science (CC BY 2.5)

 

Das Pleistozän ist 2. Serie des Quartärs, die etwa 2,5 mya v.h. begann und bis vor 11.000 Jahren andauerte.

 

Klima und Flora

Maximum der noch andauernden  Eiszeit  Quelle: Scotese
Maximum der noch andauernden Eiszeit Quelle: Scotese

Während der Eiszeit im Pleistozän gingen in den gemäßigten Zonen die Wälder drastisch zurückgingen und wurden durch eine karge Vegetation abgelöst. In weiten Teilen Nordeuropas waren im Pleistozän während der Kaltzeiten sogar gar keine Bäume vorhanden, was Das führte zur Bildung von Zwergstrauchsteppen und Graslandschaften, die wiederum von Herden riesiger Säugetiere bevölkert wurden.

Aus dieser Zeit datieren erste fossile Belege der Elaeagnaceen (Ölweidengewächse), einer Bedecktsamerfamilie, die Bäume und Sträucher hervorbringt. Ihre Stämme und Äste sind bei manchen Arten mit Dornen besetzt. Besonders bekannt sind die schmalblättrige Ölweide (Elaeagnus angustifolia) und der Sanddorn (Hippophae rhamnoides).

In der Bedecktsamerreihe Primulales lässt sich erstmals die Familie der Plumbaginaceen (Grasnelkengewächse) nachweisen. Sie umfasst kleine krautige Stauden mit ganzrandigen Blättern, die meist in grundständigen Rosetten wachsen. Bekannte Arten sind die Strandnelke (Limonium vulgare) und die Gemeine Grasnelke (Armeria maritima).

 

Fauna Menschen

Stammbaum des Homo sapiens sapiens (Quelle: Hans-Peter Willig)
Stammbaum des Homo sapiens sapiens (Quelle: Hans-Peter Willig)

Im Pleistozän traten die ersten Menschen in Europa und Asien auf. Sie kamen ausschließlich aus Afrika.

 

1. Auswanderung

Aus dem Homo habilis (der begabte Mensch) entwickelte sich (der frühe Mensch) Homo erectus. Er lebte zunächst nur in Afrika, drang dann vor 1,9 mya in den Norden vor und besiedelte sowohl Europa als auch Asien, wo er über 1,7 mya überlebte.

In Afrika entwickelten sich aus dem verbliebenden Homo erectus die archaischen Formen von Homo sapiens.

 

2. Auswanderung

In einer zweiten Auswanderungswelle, vor 900.000 Jahren, verließen die archaischen Homo sapiens Afrika, besiedelten Asien und tauchten vor 800.000 Jahren auch in Europa als Homo heidelbergensis auf.
Vor 240.000 Jahren entwickelte sich in Europa daraus  der Neanderthaler.

In der Zwischenzeit entstand in Afrika der moderne Homo sapiens sapiens.

 

3. Auswanderung

Vor 150.000 Jahren wanderten auch diese Gruppen (Homo sapiens) nach Europa und Asien aus.

Während der Neanderthaler vermutlich aufgrund von Anpassungsschwierigkeiten vor ca. 30.000 Jahren ausstarb, setzte sich Homo sapiens sapiens durch und durchlebte im Holozän eine bahnbrechende Entwicklung vom Nomaden zum sesshaften Menschen.

 

 

Fauna Tiere

Tiere im Quartär
Rekonstruktion einer Bärenhöhle Quelle: Andreone93 (CC BY-SA 4.0)

 

Jene Tierarten, die sich an die klimatischen Bedingungen der Kaltzeiten angepasst hatten, wanderten während der Interglaziale (Kaltzeit)  in Richtung Norden ab, an die Wärme angepasste Tiere drangen in südlichere Gebiete vor. Nashörner, Nilpferde, Elefanten und große Raubkatzen, wie Löwe, Leopard oder Tiger, die einst Mitteleuropa bevölkerten wanderten Richtung Süden. Sie sind heute nur noch in Afrika und Südasien anzutreffen.

 

Eine starke Bejagung durch Menschen und der starke Druck von den jeweiligen harten klimatischen Bedingungen dezimierte viele Tierarten wie Mammuts, Riesenhirsche, Pferde, Wollnashörner und Urrinder, sowie Wölfe, Säbelzahntiger, Höhlenlöwen, Bieber, so groß wie ausbewachsene Bären, und kleinere Wildkatzen.