Silur (443,4 - 419,2 mya)

Silur
Tabelle Silur ((C) Ralf Krüger)

 

Das System Silur (443,4 - 419,2 mya.) ist die dritte Untergliederung des Ärathems Paläozoikum (541 -252,2 mya) und umfasst die Epochen (Serien):

  • Llandovery (443,4 - 433,4 mya) mit den Stufen:                                                 
                                       - Rhuddanium (443,4 - 440,8 mya)
                                       - Aeronium (440,8-438,5 mya)
                                       - Telychium (438,5 - 433,4 mya)                               
  • Wenlock (433,4 - 427,4 mya) mit dem Stufen:
                                       - Sheinwoodium (433,4 - 430,5 mya)
                                       - Homerium (430,5 - 427,4 mya)
  • Ludlow (427,4 - 423 mya) mit den Stufen:
                                       - Gorstium (427,4 - 425,6 mya)
                                       - Ludfordium (425,6 - 423 mya) und
  • Pridolium (423 - 419,2 mya) ohne Stufen
Mittleres Silur, (C) C. R. Scotese
Mittleres Silur, (C) C. R. Scotese

Im Silur drifteten Ur-Nordeuropa und Laurentia zusammen und bildeten Euramerika. Die Sedimente des kaledonischen Meeres wurden dadurch gestaucht und zum Kaledonischen Gebirge aufgefaltet. Mit Euramerika entstand ein Großkontinent von dauerhafter Stabilität.
Es fand eine Vermischung der Meeresfaunen von Ur-Nordeuropa und Laurentia statt und es entwickelten sich erste Fische mit Kiefern. 

 

Klima

Im Silur war das Klima überwiegend von milden bis warmen Temperaturen geprägt. Allerdings bildeten sich auf dem Südpol wahrscheinlich jahreszeitliche Vereisungen. Während das Festland wie schon im Ordovizium fast ausschließlich durch trockene Wüstenzonen gekennzeichnet war, kam es durch den klimatisch bedingten hohen Wasserstand zur Bildung von tropischen Flachmeeren, die zu großflächigen Überflutungen führten. Auf diese weisen die Salzablagerungen auf den Kontinenten der nördlichen Hemisphäre wie dem heutigen Sibirien und Nordamerika hin. 

Fauna

Bedeutsam im Silur ist das Auftreten von Wirbeltieren mit kieferartigen Strukturen im Maul. Sie konzentrierten sich vermutlich auf das Leben im Süßwasser.

Unter den Stachelhäutern ist die Entwicklung der sogenannten Knospenstrahler erwähnenswert.

Zwar war die Tierwelt nach wie vor hauptsächlich von meeresbewohnenden Schnecken und Muscheln dominiert, aber auch Riesenskorpione, die Längen von fast zwei Metern erreichten, sowie Knochenfische traten im Silur in einer außerordentlichen Vielfalt auf.

Allmählich eroberten Skorpione und Tausendfüßer auch das Festland. 

Flora

Der eigentliche Höhepunkt im Silur war die Entwicklung der Flora, denn es traten nun die Urfarne als die ersten Gefäßpflanzen sowie einfache Bärlapppflanzen auf. Diese Pflanzen besaßen auf der Oberfläche Spaltöffnungen, die zum Austausch von Gasen dienten. Die Vermehrung dieser frühen Pflanzen fand ausschließlich durch die Verbreitung von Sporen statt. Die ersten nachgewiesenen symbiotischen Verbindungen zwischen Grünpflanzen und Pilzen in Form von Flechten stammen aus dem Silur.